Den ganzen Uplandsteig an einem Tag durchwandern

Der Uplandsteig-Wandermarathon 2022


Der Uplandsteig führt auf 68 km Länge und rund 1.500 Höhenmeter einmal durch alle neun Ortsteile der Uplandgemeinde Willingen. Auf dem Steig durchwandert man bewaldete Höhen und teils offene Täler, durch die Gebirgsbäche plätschern. Tolle Aussichten belohnen für die Mühen, die die vielen Auf- und Abstiege bereiten.

Normalerweise sind schon Halbtageswanderungen auf dem Uplandsteig, der als einer der ersten Steige deutschlandweit vom Deutschen Wanderverband als "Qualtitätsweg Wanderbares Deutschland" ausgezeichnet ist, sehr anspruchsvoll.

Umso erstaunlicher ist es, dass sich einmal im Jahr hier sehr ambitionierte Wanderer treffen, um den Uplandsteig an einem einzigen Tag zu erwandern. Am 14. Mai war es wieder soweit. Der Upländer Gebirgsverein Willingen e.V. (UGV) hatte eingeladen und insgesamt 87 Wanderer machten sich auf dem Weg um bei der 7. Auflage eine der drei angebotenen Distanzen

  • 68 km, den "Ultra-Marathon",
  • 42 km, dem "Marathon" oder
  • 21 km, den "Halbmarathon"

bei allerbestem Wanderwetter unter die Wanderschuhe zu nehmen.

Die Ultras starteten bereits um 6.00 Uhr am Besucherzentrum. Insgesamt 27 Wanderer begaben sich auf die längste der angebotenen Strecken, um die eigenen Grenzen auszuloten. Um 08.30 Uhr folgte der Start von 31 Marathonis, die mit dem Bus zum Startpunkt nach Eimelrod geshuttelt wurden.

Schließlich konnte der UGV um 10.30 Uhr 29 Teilnehmer für die "kurze" Strecke ab Usseln/Knoll auf die Reise schicken.

Insgesamt waren fünf Kontrollstellen eingerichtet, an denen die Wanderer auch mit Speisen und Getränken verpflegt wurden. Ziel für alle Teilnehmer war das Besucherzentrum in Willingen, wo alle Finisher eine Urkunde und einen Pin der Veranstaltung als Andenken erhielten. Bei Kaffee, Kuchen und anderen Köstlichkeiten haben dort viele das Erlebte im Kreise Gleichgesinnter noch einmal Revue passieren lassen. Die meisten Teilnehmer haben bereits angekündigt, im Mai 2023 beim nächsten "Uplandsteig-Wandermarathon" wieder starten zu wollen.

Trotz der Strapazen haben bis auf zwei Teilnehmer alle das Ziel in Willingen erreicht. Die letzten Wanderer trafen übrigens pünktlich zum Zielschluss um 20.00 Uhr (als nach 14 Stunden) beim Besucherzentrum ein.

Unser Wild im Upland


Hans Görzen

Grün, grüner, Upland: Weit über die Hälfte unserer hiesigen Landschaft ist mit Wäldern, Wiesen, Feldern und Bächen bedeckt. Allein bei Laub- und Nadelhölzer beträgt die Fläche rund 4.000 Hektar. Zudem ist unser Hochland eingebettet im Naturpark Diemelsee. Das Upland ist der südöstliche Ausläufer des Sauerlandes an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen; geographisch gesehen auch östlicher Ausläufer des Rothaargebirges. Ein echtes Paradies für Fauna und Flora! Hier finden wir nicht nur eine intakte Pflanzen- und Vogelwelt sondern auch ein üppiges Wild-Tierreich. Somit spielen die Jäger in unser Mittelgebirgsregion auch eine wichtige Rolle!

Besonders groß ist der Bestand an Rehen und Hirschen. Allerdings bekommt man sie selten zu sehen, da diese Tiere ausgeprägt nachtaktiv sind. Man bezeichnet sie auch als Könige des Waldes. Sie sind sehr scheu und wagen sich meist nur morgens und abends aus ihren Verstecken, um Futter zu besorgen. Dagegen kann man Wildschweine (Schwarzkittel) häufiger antreffen. Begegnet man ihnen, hat man sofort ein ungutes Gefühl. Doch meistens werden sie nur gefährlich, wenn sich im Frühjahr Frischlinge in ihrem Familienverbund befinden. Ebenso können wir in unseren Buchen- und Mischwäldern gelegentlich Mufflons antreffen. Hier insbesondere am Hoppern und auf dem Treis in den Wäldern zu Brilon. Die männlichen Tiere nennt man Widder, die weiblichen heißen Wildschafe. Der typische Widder gilt als selbstbewusst, abenteuerlustig und unabhängig. Menschen mit diesem Sternzeichen sollen kämpferisch und willensstark sein. Stark verbreiten sind auch Waschbären in unserer hiesigen Region, sie agieren meist nachts. Bei der Futtersuche kommen sie sogar bis an die Häuser heran, oft mit einem unerwünschten Radau einhergehend. Dann ärgern sich die Anwohner über kaputte Blumentöpfe, zerrissene Müllsäcke und geplünderte Abfalleimer. Erst ab 1934 verbreiteten sie sich über ganz Deutschland, als am Edersee 2 kanadische Paare ausgesetzt wurden. Auch Füchse können gesichtet werden. Dazu fällt mir ein Spruch aus früheren Zeiten ein: "Fuchs du hast die Gans gestohlen, gib sie wieder her, sonst wird dich der..." usw. Trotzdem, wirklich gefährlich werden uns diese Wildtiere trotz ihres schlechten Rufs nicht. Auf der Suche nach Futter wagen sie sich auch häufig in die Vorgärten von Wohngebieten. Man sollte dennoch Vorsicht walten lassen, denn sie könnten mit Tollwut infiziert oder vom Fuchsbandwurm befallen sein. Weitere Waldbewohner sind Dachse. Man nennt sie auch Erdmarder und erkennt sie an ihrem schlanken Kopf, der rüsselartigen Schnauze und kräftige Grabpfoten. Sie führen ein angepasstes Leben, dass zu einem großen Teil untertage in selbst gegrabenen Erdbauten verbracht wird – daher auch der Name Erdmarder. Zu unserem Wildbestand gehören sogar Luchse, sie gehören zur Familie der Katzen. Diese wenigen aufmerksamen Tiere meidenUnd haben wir das seltene Glück, sie in freier Wildbahn zu sehen, dann sollten wir nicht weiter auf das Tier zugehen sondern ruhig stehen bleiben. Der Luchs wird wahrscheinlich das Gleiche tun und uns beobachten. Übrigens: Luchse haben einen ausgeprägten Gehörsinn und sehen ausgezeichnet! Daher hört man auch häufig die Aussagen: "Sie oder Er hat Augen bzw. Ohren wie ein Luchs"! Hier können wir nur einige der bekanntesten Wildarten aufführen. Tatsächlich gibt es aber noch viel, viel mehr. Man könnte auch sagen: "Es keucht und fleucht in unseren Upland-Wäldern. Sie alle finden im Sommer ausreichend Nahrung. Doch wie sieht es im Winter aus?

Die Schneelage im Winter und anhaltender Dauerfrost in unseren Hochlagen des Uplandes stellen unsere Wildtiere vor besondere Herausforderungen, da dann die natürlichen Nahrungsangebote stark reduziert sind. Jede Wildart hat daher ihre eigene Überlebensstrategie. Das Reh- und Rotwild verbleibt meist regungslos im Schnee. So reduzieren sie den Stoffwechsel durch Absenken der Körpertemperatur und der Herzfrequenz. Jede Störung im Wintereinstand sollte deshalb vermieden werden. Einstand ist die Bezeichnung für das Gebiet, das sich Schalenwild als seinen engeren Aufenthaltsort erwählt. Die Jägerschaft veranlasst in den Wintermonaten eine den örtlichen Gegebenheiten angepasste Wildfütterung, um dem Verbiss entgegen zu wirken.

Unter Verbiss versteht man das Abbeißen von Knospen, Blättern, Nadeln oder Trieben durch Wildtiere. Starker Wildverbiss kann die Waldverjüngung verhindern oder gar zum Verschwinden einzelner Baumarten führen. Die eher selten vorkommenden Baumarten wie Weißtanne, Eiche (nur bis Höhe 550 m) oder sonstigen Laubbäume unterliegen naturgemäß einer stärkeren Verbiss-Belastung als die häufiger vorkommenden bzw. weniger verbiss-attraktiven Baumarten wie Fichte, Kiefer sowie Lärche, Douglasie und Buche. Die großen einheimischen Pflanzenfresser – im Wesentlichen Reh- und Rotwild - können einen durchaus beachtlichen Einfluss auf das Wachstum von Pflanzen ausüben. Schälen der Baumrinde durch Rotwild, wie auch das nur vereinzelt vorkommende Dam- und Muffelwild, ernährt sich teilweise auch durch Abschälen bzw. Abziehen von Rinde der Bäume. Jedoch sind Bäume mit glatter Rinde stärker gefährdet als grobborkige Arten. Für die Durchführung der Erhebungen sind die Revierleitungen der Forstämter zuständig. Sie ermitteln die verbiss- und schälgefährdeten Waldbestände stichprobenartig nach vorgegebenen Regeln. Dabei stellen sie oft enorme Wildschäden fest, die nur durch die Jagd begrenzt werden können.

Die Jagd ist das Aufsuchen, Nachstellen sowie Fangen und Erlegen von Wildtieren durch die Jägerschaft. Sie hilft somit, Wildschäden zu reduzieren. Ebenso schützt sie vor Krankheit und Seuchen. So sind der Fuchsbandwurm und die Schweinepest wiederholt weit verbreitet. In Abwesenheit großer Fleischfresser wie z.B. dem Wolf würden sich ohne die Jäger hohe Wildbestände einstellen, die vor allem die empfindlichen Baumarten wie Tanne, Eibe und Laubbäume am Aufwachsen hindern würden. Dann würde der Wald bald nur noch aus wenigen verbiss-unempfindlichen Baumarten bestehen. Jäger übernehmen somit echte Naturschutzaufgaben, von daher sind die meisten Landesjagdverbände anerkannte Naturschutzvereinigungen.

Wald, Wild, Jagd: Das sind wesentliche Begriffe, die unsere Upland-Region prägen. Denn die Wälder spenden den lebensnotwendigen Sauerstoff und dienen uns und unseren Gästen zur stetigen Erholung. Waldbaden ist heute eine gängige Beschreibung dafür. Zum Wald gehört aber auch eine funktionale Waldwirtschaft mit einem vielfältigen Wildbestand, der eine entsprechende, nachhaltige Waldentwicklung gewährleistet. Ohne Wild- und Vogelarten hätten wir keinen lebendigen Forst. Den Besuchern würde etwas fehlen. Trotz allem, zu viel Wild kann dem Wald aber auch schaden. Denn die Folge wäre ein stärkerer Verbiss. Deshalb muss stets ein angepasster Ausgleich zwischen Wild und Natur geschaffen werden. "Und so dienen die Aufgaben der Jäger nicht nur dem Wild, sondern sie wirken sich auf unsere gesamte Flora und Fauna aus, somit sind sie zugleich auch Naturschützer!"

Erlebnispfade erhöhen den Wanderspaß auch für die Kinder


Die Eltern freuen sich auf eine schöne Wanderung im Kreise der Familie aber die Kinder sind wenig begeistert - wer kennt das nicht?

Die Lösung heißt: Themen- und Erlebniswege

Der Erfolg solcher Wanderangebote, hier am Beispiel des "Milch-Erlebnispfades Usseln" dargestellt, spricht für sich.

Gute Landluft, frische Milch und originelle Mitmach-Stationen sind die Komponenten für ein gelungenes Wanderabenteuer mit Kindern auf dem "Milch-Erlebnispfad Usseln". Kuh Helma begleitet dabei und informiert über die Landwirtschaft.

Neu ist die Möglichkeit, den Milch-Erlebnispfad mithilfe einer Stempelpass-App zu erkunden.

Auf dem sechs Kilometer langen, kurzweiligen Themenweg erfahren kleine Entdecker spielerisch alles Wissenswerte zur Landwirtschaft in der Region Naturpark Diemelsee und können sich nebenbei herrlich austoben. Wer über einen geländegängigen Kinderwagen verfügt, sorgt dafür, dass sogar die Allerjüngsten mit von der Partie sein können. Ab der Tourist-Information Usseln geht’s rund dreieinhalb Stunden durch die Upländer Natur – je nach Alter und Kondition der Kinder. Unterwegs jagt ein Highlight das nächste.

Kuhglockenspiel an der DiemelquelleWasserspiel und Kuhglocken

Beim Wasserspiel lernen die Minis hautnah, wie viel Liter eine Kuh täglich trinkt, schlagen an der Diemelquelle Kuhglocken und werfen Fichtenzapfen durch die Löcher einer "Käse"-Plane. Im Heustadl-Kino laufen kurze Filme über die Landwirtschaft.

"Wo ist die Kuh?" lautet die Frage auf dem Rückweg am Kahlen Pön entlang – herausfinden lässt sich das an der Fernrohrstation."Bitte lächeln" heißt's am Fotopoint: Die Wanderer sind dort Teil des Motivs auf der Fotowand und haben zudem einen fantastischen Blick auf Usseln. Auf dem Kuhfladen-Trampolin kommen kleine Leute ordentlich in Bewegung. Schließlich geht's ins Muhseumscafé der Upländer Bauernmolkerei: Dort entdecken die Besucher Historisches, Faszinierendes und Schmackhaftes rund um die Milch.

Lauter spannende Fragen

Ein Quiz macht die Tour auf dem Milch-Erlebnispfad noch spannender. Einfach zu Beginn der Wanderung den Fragebogen bei der Tourist-Information abholen oder vorab unter www.milchpfad-usseln.de herunterladen – und schon können sich die Abenteurer auf die Suche nach Antworten machen. Am Ziel, in der Bauernmolkerei, gibt's für a, die die Fragen richtig beantwortet haben, einen erfrischenden Preis.

Eine kleine Stärkung gehört dazu

Dank der Erklärungen von Kuh Helma haben die Kids am Ende allerlei gelernt. Zum Beispiel über den Weg vom Gras zur Milch, über die Rolle der Landwirtschaft in Deutschland und den Personalausweis der Kühe. Zünftige Wanderhütten entlang des Milchpfads, wie die Graf Stolberg Hütte oder die Pön Hütte laden unterwegs zu einem süßen oder herzhaften Schmankerl ein. Frisch gestärkt wird anschließend die nächste Erlebnisstation angesteuert. Glückliche Eltern und Kinder nach der Wanderung auf dem Milch-Erlebnispfad Usseln sind deshalb die Regel.

Der Borkenkäfer


Hans Görzen

Borkenkäfer kommen weltweit und an allen Laubbäumen und Nadelbäumen vor. Die meisten Arten besiedeln geschädigte oder bereits abgestorbene Laub- und Nadelbäume. Unter günstigen Bedingungen vermehren sie sich sprunghaft und können Waldbestände flächig zum Absterben bringen.

Kenntnisse über Befallsverhalten: Borkenkäfer bohren sich durch die Rinde ihrer Wirtsbaumarten wie der Fichte und legen dort Brutgänge für ihre Nachkommen an. Hierbei unterscheidet man zwischen holzbrütende Borkenkäfer, deren Gänge ins Holz vordringen und rindenbrütende Borkenkäfer, die ihre Brutgänge unter der Rinde anfertigen.

Wie erkennt man Borkenkäferbefall? Buchdruckerbefall lässt sich bereits zu Beginn des Befallsgeschehens am Auswurf braunen Bohrmehls erkennen. Es sammelt sich am Stammfuß, in Rindenschuppen, in Spinnweben und auf der Bodenvegetation. Spätere Kennzeichen sind Spechtabschläge, Abfallen der Rinde und Kronenverfärbung oder Nadelverlust der Krone im grünen Zustand.

Bekämpfung der Borkenkäfer: Die derzeit einzige wirkungsvolle Bekämpfung ist die Methode der "Sauberen Wirtschaft". Das heißt:
1. Von Borkenkäfer befallene Bäume möglichst schnell einschlagen.
2. Das Holz aus dem Wald abfahren.
3. Bei Kupferstechergefährdung auch Gipfelmaterial unschädlich machen

Wo überwintern Borkenkäfer? Im Winter befinden sich die Käfer in einer Winterruhe, entweder unter den Rinde (ca. 1/3 der Population), oder in der Waldboden Streu (ca. 2/3).

Haben Borkenkäfer natürliche Feinde? Ja. Ist die Wasserversorgung ausreichend und die Vitalität des Baumes hoch, kann sich die Fichte zunächst selbst gegen einen Angriff durch Borkenkäfer wehren. Beim Einbohren wird der Harzfluss der Fichte ausgelöst, der einzelne Käfer abtötet.
Borkenkäfer haben auch andere natürliche Feinde z.B. verschiedene Arten von Milben, Schlupfwespen, Spechte und Pilze. Aber auch Käferarten oder Fliegen bedrohen ihn. Sie treten mitunter in großen Mengen auf. Eine Massenvermehrung können sie jedoch nicht verhindern.

Wann beginnt im Frühjahr der Käferflug: Buchdrucker und Kupferstecher schwärmen im Frühjahr ab Mitte oder Ende April aus ihren Winterquartieren aus. Beide Käferarten fliegen bei Temperaturen ab 16º C und trockener Witterung.

UGV-Wanderkästen neugestaltet


Die Wanderkästen des Upländer Gebirgsvereins Willingen e.V. beinhalten seit jeher nützliche Tipps zum Wandern sowie die Wandertermine der vom UGV kostenlos veranstalteten geführten Wanderungen.

Die alten Aushangkästen waren ein wenig in die Jahre gekommen; aus diesem Grunde hat der UGV alle vier Kästen neugestaltet und bei der Gelegenheit erstmals auch weitergehende Informationen bis hin zum Download der Wanderstrecken per QR-Code digitalisiert.

Dabei werden die TOP 10 der Willinger Wanderwege beginnend mit den Flaggschiffen "Uplandsteig" und "Besinnungsweg" neu beschrieben. Diese Wege-Informationen sollen kurzfristig auch auf der UGV-Homepage online gestellt werden.

Dass Wanderer und Radfahrer gut zusammenarbeiten zeigt, dass mit Volker Schröder, dem der herzliche Dank des UGV's gilt, ein Urgestein in der Mountainbike-Szene den Upländer Gebirgsverein ganz wesentlich bei der Gestaltung der neuen Wanderkästen mitgewirkt hat.

Wandern ist aktiver Sport


Hans Görzen

Bewegen, bewegen, egal ob Wandern oder andere Sportarten. Unser Körper ist ständig in Bewegung, und er ist für ein Leben mit Bewegung programmiert. Ohne Bewegung können sich unser Skelett, die Muskulatur und die inneren Organe nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Der Körper würde degenerieren.

Dass Bewegung durchs Wandern gesund ist, steht außer Frage, nur übertreiben sollte man es nicht. Denn es muss nicht jeder ein Spitzensportler oder Streckenläufer sein. Leistungssport ist ja auch nicht immer gesund.

Etwa ab dem 35. Lebensjahr beginnt die Leistungsfähigkeit des Körpers aufgrund natürlicher Alterungsprozesse abzunehmen. Mit zunehmendem Alter steigt daher das Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen. Ausreichend Bewegung und gezieltes Training helfen, die Risikofaktoren für Erkrankungen zu senken, oder gesund älter zu werden. Bestimmte Auswirkungen von Bewegung können schon nach kurzer Zeit eintreten. Beispielsweise verbessern sich die Muskelkraft und der Fettstoffwechsel in zirka vier bis sechs Wochen nach dem Trainingsbeginn. Um das Risiko für Erkrankungen zu senken und möglichst lange in Gesundheit leben zu können, muss Bewegung jedoch regelmäßig, im richtigen Ausmaß und lebenslang betrieben werden. Das lässt sich schon mit zwei bis drei Stunden pro Woche erreichen, egal ob durchs Wandern, Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Wer seine körperliche Grenzen kennt und akzeptiert, mäßig aber regelmäßig Sport treibt, hat den größten Gewinn für das eigene Wohlbefinden.

Und wie stehen unsere Wanderfreunde zum Bewegungssport? Dazu befragte ich unser langjähriges Mitglied und Kriminalkommissar-Anwärterin Julia Körner aus Frankfurt.

Julia, was bedeutet für dich Bewegung?
Antwort: Bewegung ist für mich das Maß aller Dinge im Leben. Ohne Bewegung würde man physisch als auch psychisch einrosten. Und wahrscheinlich nicht mal ansatzweise so viel Spaß und Freude erleben, oder sich nicht aus eigener Kraft weiter entwickeln können.

Welche Bewegungsart bevorzugst du?
Ich bevorzuge Teambewegungssportarten, insbesondere Fußball, weil im Team alles mehr Spaß macht, und es fällt irgendwann gar nicht mehr auf, wie sehr man sich anstrengt.

Und wie fühlst du dich danach?
Ich merke dann, dass ich etwas Gutes für meine Gesundheit und meinem Wohlbefinden getan habe, aber auch dementsprechend erschöpft bin.

Danke Julia!

Eigentlich weiß jeder, dass Bewegung wichtig ist. Doch leider scheitern viele zu oft an ihrem inneren Schweinehund oder der Bequemlichkeit. Zu warm, zu kalt, zu nass, zu dunkel, zu wenig Zeit. Ausreden gibt’s genug! Die Vorteile eines aktiven Lebens sind zahlreich: von einem besseren Herz-Kreislauf-System zu einer verbesserten Körperhaltung, gesünderen Lunge - bis hin zum Vermindern des Risikos von schweren Krankheiten.

Wusstet ihr eigentlich, dass Sportler seltener krank sind als Stubenhocker?! Moderate Trainingseinheiten härten ab, stärken die Abwehrkräfte und können langfristig diverse Krankheiten vorbeugen. Intensive und ungewohnte Trainingsbelastungen dagegen schwächen das Immunsystem, da der Körper umfangreiche, belastende Aktivitäten erst einmal als Stress empfindet und sich während der Regeneration an die harten Belastungen anpassen muss. Also, lieber langsam an höhere Anstrengungen herantasten.

Was viele oft vergessen: Neben unserem Körper ist Bewegung auch wichtig für unsere Psyche! Aktivitäten machen uns glücklicher, zufriedener und ausgeglichener. Wir fühlen uns einfach besser! Auch lernen wir unsere Grenzen besser kennen und entwickeln somit insgesamt ein besseres Körperbewusstsein. Die gesteigerte Durchblutung und die daraus resultierende Sauerstoffversorgung des Körpers bewirkt, dass Stress abgebaut wird, so kann man sich besser konzentrieren und auch gut schlafen. Auch die Lebenserwartung steigt. Kurz: Wir werden insgesamt nicht nur körperlich, sondern auch psychisch langfristig belastbarer. Wandern als Sport ist einfach eine Wunderwaffe für uns und unsere Psyche!

Lasst uns den inneren Schweinehund erfolgreich überwinden und den Bewegungssport als Ventil nutzen, um Frust, Enttäuschung oder Langeweile im Alltag abzubauen. Man denke nur an all die positiven Veränderungen, die sich durch Bewegung einstellen. Sport durch Wandern oder andere Bewegungsarten ist so wichtig für unsere Gesundheit. Deshalb wartet nicht aufs neue Jahr, einen neuen Monat oder nächste Woche. Legt sofort los und tut etwas für euch! Ihr werdet es nicht bereuen!