Jahreskulturfahrt des UGV Willingen vom 02. bis 04.11.2018 nach Bad Emstal


Text: Manfred Querl / Hans Görzen , Bild: Reinhold Strugholtz

Nachdem wir vor zwei Jahren unsere Jahreskulturfahrt in der Erlebnisregion Ochsenkopf bei Bischofsgrün im Fichtelgebirge verbrachten, lockte uns die Wanderlust in diesem Jahr nach Bad Emstal bei Kassel. Frohgelaunt und hoch motiviert starteten wir mit 40 UGV Wanderern um 8:00 Uhr ab Besucherzentrum. Der Morgen begann trüb und kalt, aber trocken. Unsere 1. Vorsitzende, Else Kummer, begrüßte die Mitfahrer ganz herzlich und wünschte allen eine gute Fahrt und eine erlebnisreiche Wanderfreizeit im Habichtswald. Und Manfred Querl, Organisator der Wanderfreizeit, erklärte den gesamten Ablauf. Auch Heide Figge hatte etwas zu bieten und stimmte einige fröhliche Wanderlieder an. So verging die Zeit.

Nach Ankunft im "Parkhotel Emstaler Höhe" im Ortsteil Sand, begrüßte uns das Team des Hotels mit einem tollen Frühstück. Frisch gestärkt trafen sich danach alle Gruppen zur ersten Wanderung. Alle Strecken mussten umgelegt werden, da in dem geplanten Wandergebiet eine Treibjagd stattfand. Mit 11 Personen startete erste Gruppe zur langen Tour mit Wanderführer Manfred Querl. Kurz danach folgte die mittlere Gruppe mit den Wanderführern Else Kummer und Hans Görzen. Zu den 27 Startern stießen gegen Ende der Tour noch 2 Personen der kleinen Tour dazu, die mit dem Taxi zum Wanderparkplatz gebracht wurden. Gemeinsames Ziel beider Gruppen war Breitenbach. Hier wurden wir von Herrn Döhne, ein Betriebsangehöriger der Firma, begrüßt. Unter seiner Leitung besichtigten wir die Sektmanufaktur mit anschließender Verköstigung. Etwas später erreichte auch die erste Gruppe das Ziel. Sie wurde im Gasthaus Kraft mit Kaffee und Kuchen empfangen. Danach wurde getauscht. Die einen zum Kaffee, die anderen zur Sektkellerei. Zum Schluss wurden wir vom Busfahrer Rudi abgeholt und ins Hotel zurückgebracht. Nach dem Einchecken trafen wir uns zum Abendessen. Ein leckeres Buffet mit regionalen Speisen hatte die Küche für uns vorbereitet. Ein langer Tag mit vielen Eindrücken ging mit einem gemütlichen Beisammensein zu Ende.

Auch am 2. Tag erlebten wir wieder einen blauen Himmel und Sonnenschein. Kein Wölkchen! Besser geht's nicht! Gestärkt durch das tolle Frühstücks-Büfett, waren alle Gruppen wieder wanderbereit. Busfahrer Rudi brachte uns zu den Startpunkten Naumburg und Altenstädt. Von hier wanderten wir alle auf dem Habichtswaldsteig. Über die Warte mit der Himmelsschaukel führte der Weg weiter in Richtung Weidelsburg. Hier angekommen, wurde eine Pause eingelegt. Denn die Burg war von der Größe und endlosen Aussicht für alle ein beeindruckendes Erlebnis. Danach erreichten alle Gruppen zeitversetzt das Endziel Cafe Hasenacker. Große Stücke Kuchen und leckere Getränke halfen allen Wanderern wieder auf die Beine. Danach wurden wir wieder zurück ins Hotel gebracht. Und nach dem Abendessen ließen wir den Abend in gemütlicher Runde ausklingen.

Am 3. Tag hieß es wieder, von Bad Emstal Abschied zu nehmen. Gewohnt pünktlich ist Rudi mit seinem Bus wieder da, und bringt uns nach Kassel. Hier konnten sich die Mitfahrer entweder für eine Besichtigung der Bunkeranlage am Weinberg oder unter fachkundiger Begleitung eines Stadtführers eine Stadtrundfahrt entscheiden. Überwältigt von der Größe und der Geschichte des Bunkers, aber auch der Stadtrundfahrt, trafen sich alle Mitfahrer wieder am Staatstheater zur Weiterfahrt nach Volkmarsen. Das Mittagsessen im Gasthaus Phönix war vorbestellt. So konnten wir schon sehr bald zur letzten Etappe starten.

Auf dem Weg blieb noch einmal Zeit, über die Wanderfreizeit nachzudenken, und vielleicht auch über das Erlebte zu erfreuen. Deshalb vielen Dank an alle, die zum Gelingen beigetragen haben.

Lach doch mal wieder


von Hans Görzen

Heute schon gelacht? Nein? Dann sollte es schleunigst nachgeholt werden! Denn Lachen ist die gesteigerte Form von Fröhlichkeit. Und fröhliche Menschen leben im Schnitt bis zu 20 Prozent länger als Griesgrame. Wer Humor hat, wird angeblich seltener krank und kann durch seine positive Einstellung schwierige Lebensphasen besser meistern. Der Upländer Gebirgsverein Willingen (UGV) möchte mit seinem vielfältigen Wanderangebot hierzu seinen Beitrag leisten.

Charlie Chaplin sagte einmal: "Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag." Wie wahr, wie wahr! Denn wenn wir lachen, löst das in unserem Körper intensive Reaktionen aus. Wir bekommen sofort bessere Laune, und es macht uns langfristig zufriedener. Also: Lächeln niemals unterdrücken sondern zulassen, oft mit dem UGV wandern, scherzen oder mit Freunden über lustige und erlebnisreiche Erinnerungen plaudern. Das bewirkt ein großartiges Gefühl und macht richtig glücklich.

Frohsinn ist ein Zeichen innerlicher Zufriedenheit und hat Auswirkungen auf den gesundheitlichen und geistigen Zustand. Doch leider lachen wir viel zu selten, um in den Genuss dieser vielen Vorteile zu kommen. Das ist bei Kindern ganz anders. Da können seltsame Tiere, Missgeschicke oder komische Grimassen schon große Freude auslösen. Statistisch lachen Kinder 300 bis 400 Mal pro Tag, Erwachsene dagegen nur 15 Mal. Eigentlich eine traurige Lachbilanz, vor allem, wenn man weiß, welche aufbauende Wirkung es auf unser seelisches und körperliches Wohlbefinden hat.

Doch nicht jedem ist täglich nach Lachen zumute. Das kann ein persönliches Schicksal oder andere negative Ursachen haben. Die Fähigkeit, Lebensfreude auszustrahlen, ist aber meist angeboren. Gut, das muss man akzeptieren. Trotzdem sollte man etwas Sonne in sein Herz rein lassen, dann wirken Menschen meist sympathischer und bekommen auch mehr Sympathie entgegengebracht. Vielleicht gelingt am Anfang wenigstens ein kleines angedeutetes Schmunzeln. Und mit der Zeit und etwas Übung, wird das freundliche und warmherzige Anlächeln immer besser gelingen.

"Lachen verbindet Menschen" oder "Humor ist wenn man trotzdem lacht". Wer kennt sie nicht, diese bekannten Sinnsprüche. Doch manche Menschen mögen nicht lachen, oder andere haben es völlig verlernt. In einer Leistungsgesellschaft, wie die unsere, ist das auch oft schwierig. Denn da steht der Leistungserfolg im Vordergrund. Für Heiterkeit und Lustigkeit ist da meist wenig Raum. Aber damit schaden wir unserer Gesundheit, und in einer schwierigen Situation hilft das auch nicht weiter.

Neulich konnte ich in einem Fachmagazin lesen, der Gesundheitsminister warnt: Ein neuer Virus, der sehr ansteckend ist, sei kürzlich entdeckt worden. Er breite sich schnell aus und könnte bald die gesamte Bevölkerung infizieren. Der Virus trage den Namen "Lächeln". Lächeln Sie gerade? Dann hat Sie der Virus auch schon infiziert! Einen schönen Tag noch, und stecken Sie jetzt bitte viele lächelnd an.

Darum mein Rat: Nutzen wir die Hausmedizin namens Lächeln, sie ist rezeptfrei und hat viele angenehme Nebenwirkungen.

"Frisch auf"

Der UGV besuchte den 118. Deutschen Wandertag in Detmold


von Rudi Horstmann

Gemeinsam Unterwegs, so hieß das Motto des 118. Deutschen Wandertages, der vom 15. - 20. August 2018 in Detmold stattfand. Am Mittwoch, dem 16. August, fuhren wir mit 14 Teilnehmern vom Upländer Gebirgsverein (UGV) in die Wanderregion Lippe - "Land des Hermann", um an Deutschlands größter Wanderveranstaltung teilzunehmen.

Wie vorgesehen trafen wir um 9:30 Uhr im Hotel Weber in Holzhausen ein. Nach dem Einchecken und einer stärkenden Tasse Kaffee, machten wir uns auf Schustersrappen nach Detmold. Der Weg führte über weite Felder, viele faszinierende Ausblicke und große Lawendelfelder. Dort nahmen wir an der Eröffnungsfeier auf dem Festtagsgelände teil. Ein besonderer Höhepunkt war das Eintreffen der Wimpelwandergruppe aus Eisenach und die Vorstellung auf der Festbühne. Danach besuchten wir den Willinger Info-Stand auf der Festmeile, der umfangreiche Informationen für Wandertags-Besucher bereithielt. Nach einem erlebnisreichen und anstrengenden Tag fuhren wir dann mit dem Bus ins Hotel zurück. Nach einem gemeinsamen Abendessen, ließen wir den ersten Tag im Biergarten gemütlich ausklingen.

Doch nach einer geruhsamen Nacht und einem wohlschmeckenden Frühstück, kam richtige Wanderfreude auf, und der zweite Erlebnistag konnte beginnen. Auf dem Programm stand der Themenweg "Römer – Ritter – Riten". Er führte durch die 2000 Jahre Kulturgeschichte vom Hohlweg "Große Egge" über die Falkenburg vom Ritter Heinrich des Löwen bis zu den Externsteinen. Die Falkenburg im Teutoburger Wald wurde zwischen 1190 und 1194 erbaut. Doch Mitte des 15. Jahrhunderts zerstörte ein Feuer die bereits große Anlage. Heute wird die Ruine genutzt, um die Geschichte der Burg erlebbar zu machen. Das nächste Tagesziel waren die Externsteine. Sie sind ein eindrucksvolles Natur- und Kulturdenkmal und beliebtes Ausflugsziel. Die Felsen sind bis zu 38 Meter hoch, und vorwiegend aus Sandsteinen der Unter-Kreidezeit aufgebaut. Nach einer Pause wandern wir zum Hotel zurück.

Am Samstagmorgen war das Hermannsdenkmal unser großes Ziel. Der Weg führte über den Hermannsweg und viel Wald auf den 386 Meter hohen Grotenberg. Hier erreichten wir unser Mittagsziel, die Hermann-Statue. Das Denkmal soll an den Cheruskerfürsten Arminius erinnern, der im Jahre 9 n. Christus in der Varusschlacht (Schlacht im Teutoburger Wald) von dem römischen Feldherrn Varus geführte Legionen schlug. Nach einer Pause wandern wir weiter nach Detmold zum Festplatz des Deutschen Wandertages, und weiter mit dem Bus zurück nach Holzhausen. Hier erwartete uns zum Ausklang des Tages eine Grillfete.

Der Höhepunkt des Wandertages ist immer der Sonntag. Rot-weiß gekleidet fuhren wir nach Detmold, um gemeinsam mit dem HWGHV am Festzug teil zu nehmen. Unzählige Zuschauer säumten die Straßen und jubelten uns zu. Wir bedankten uns mit einem fröhlichem "Frisch auf". Am Schluss des Umzugs sind wir noch längere Zeit auf dem Festplatz geblieben und haben den Tag so ausklingen lassen.

Es ist Montag, alles Gute hat einmal ein Ende, und wir rüsteten für die Heimfahrt. Vor der Abfahrt bedankten wir uns bei der Familie Weber für die Gute und freundliche Aufnahme in Ihrem Haus, und fuhren zur Abschlussfeier ans Hermannsdenkmal. Hier ging die Veranstaltung bei Ansprachen und viel Wandermusik schnell vorbei. So machten wir uns auf den Heimweg, und sagen auf Wiedersehen auf dem 119. Deutschen Wandertag in Winterberg.

Wandern, das Gesundheitsmedikament


von Hans Görzen

Wandern bedeutet Bewegung, Natur und Erlebnis mit Gleichgesinnten, mit Freunden oder alleine. Zudem ist Wandern ein beliebter Freizeitausgleich, wirkt entspannend und ist wohltuend für Körper, Geist und Seele. Oft wird Sport auch als Medikament des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Es ist bewiesen, dass laufsportliche Betätigung, auch ohne Anstrengung, viele Arztbesuche entbehrlich machen. Zu den körperlichen Initiativen gehören Alltags- und berufliche Tätigkeiten, sowie Freizeit- und Sportaktivitäten. Bewegung ist also jede Anspannung der Muskulatur, die zu einem höheren Energieverbrauch führt.

Von je her stellt die Bewegung eine grundsätzliche Voraussetzung für ein gesundes Leben dar. Denn ohne Aktivität stehen sowohl die Nährstoffzufuhr, als auch der Abtransport von Giften und Schlacken im Körper still. Die Bewegung einzelner Muskelgruppen stellt einen optimalen Reiz dar, um die Leistungsfähigkeit der Organe zu entwickeln und zu erhalten. So werden durch regelmäßige und wiederholende körperliche Aktivität Bewegungsapparat, Herz-Kreislaufsystem, Lungenfunktion und Stoffwechsel direkt trainiert. Desweiteren dient die allgemeine Bewegung der psychischen Entspannung. Und für diejenigen, denen Bewegung schwer fällt, gilt: Jeder Schritt mehr ist ein Fortschritt und wirkt sich somit positiv auf das Immunsystem, den Blutzucker, den Fettstoffwechsel sowie auf das Gewicht aus. Rund ein Viertel der Wanderer sehen das Gesundheitsmotiv persönlich als wichtigsten Grund zum Wandern an.

Wer rastet, der rostet tatsächlich. Diese Redewendung verrät, was mit dem Körper passiert, wenn man sich zu wenig bewegt. Nach und nach verlieren Muskeln, Sehnen und Gelenke ihre Kraft und Beweglichkeit, sie verkümmern. Nach Schätzung von Sportwissenschaftler bewegen sich rund 80 Prozent der Menschen zu wenig, nicht einmal die empfohlenen zwei Stunden pro Woche werden eingehalten. Doch fehlende Bewegung schadet der Gesundheit und kann Ursache für viele Krankheitsbilder sein. So haben unzählige Menschen einen sitzenden Arbeitsplatz und verbringen viele Stunden im Büro, im Auto oder in der Bahn. Hierbei nimmt der Körper eine vollkommen unnatürliche Haltung ein. Die Folgen hieraus sind krumme Wirbelsäulen, Verspannungen, Kopfschmerzen und Bandscheibenvorfälle. Auch der Blutdruck steigt an und wird zur Gefahr von Herzinfarkt und Schlaganfall. Also was ist zu tun? Bewegen, bewegen, bewegen!

Nicht selten werden diese schmerzhaften Erscheinungen kurzfristig und kurzsichtig mit Tabletten gelöst. Das kann aber nur scheinbar die Lösung sein. Helfen können jedoch Ausgleichssport in der freien Natur, zum Beispiel Wandern, flottes Gehen oder andere sinnvolle Übungen. Zudem macht die Gemeinschaft und Geselligkeit unter den Wanderern sehr viel Freude und stärkt die Psyche. Sich bewegen dient insbesondere der Prävention. Hierbei wird das Immunsystem gestärkt und bewirkt eine geringere Anfälligkeit gegenüber Infektions-Krankheiten. Bei den Atemwegen führt es zur Vergrößerung des Atemzugvolumens und hat eine bessere Durchblutung der Lunge zur Folge. Aber auch physische Effekte des Wanderns werden positiv beeinflusst wie Kreislauf, Übergewicht, der gesamte Bewegungsapparat sowie leichte und mittlere Formen von Depressionen.

Diese positiven Eigeninitiativen der Bewegung haben auch die Krankenkassen entdeckt und arbeiten deshalb in einer engen Partnerschaft mit dem Deutschen Wanderverband (DWV) zusammen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, noch mehr Menschen zum Gehen zu bewegen. Die Gesundheitskassen und der Wanderverband geben hierzu wertvolle Tipps, um die Lust auf Bewegung zu fördern. Hierzu gehört unter anderem das Gesundheitswandern, dem Bewegungsprogramm des Verbandes. Im Rahmen dieses Projekts "LET's GO jeder Schritt hält fit" soll Wandern noch gezielter eingesetzt werden, um den Auswirkungen des Bewegungsmangels allgemein zu begegnen. Auch das Deutsche Sportabzeichen hat eine starke Aufwertung als Förderer der Gesundheit erhalten. Viele Kassen nehmen seit geraumer Zeit diesen sogenannten Fitnessorden des Sports in ihre Bonusprogramme auf, um die Prävention im Gesundheitswesen zu stärken.

Sich regen bringt Segen, und es ist nie zu spät, damit anzufangen. Deshalb: Stetige Bewegung hält den Körper fit in jedem Lebensalter und macht manches Arzneimittel überflüssig. Schon mit ein paar einfachen Maßnahmen kann jeder etwas für seine Gesundheit tun, und somit das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall auch ohne Medikamente reduzieren. Dabei müssen es nicht unbedingt besondere oder Extremsportarten sein. Man kann den Alltag, je nach Kondition und Temperament auch anders aktiv gestalten, indem man den kleinen Einkauf zu Fuß erledigt oder tägliche gymnastische Übungen einbezieht. Und wenn der Arbeitsplatz nicht zu weit entfernt liegt, ist das Fahrrad eine optimale Möglichkeit, auf das Auto oder öffentliche Verkehrsmittel zu verzichten. Wichtig ist, man bewegt sich! So ein persönliches und ehrgeiziges Programm macht nicht nur gesünder, fitter und schlanker – sondern ist auch das wirkungsvollste Medikament, und preisgünstig dazu.

Aufbau des Kohlenmeilers am Waldlehrpfad Willingen


Text: Hans Görzen - Bild: Rudi Horstmann

Viele Jahre war der Kohlenmeiler am Willinger Waldlehrpfad Informationsquelle für unzählige Besucher. Doch er war in die Jahre gekommen, kaum sanierungsfähig und konnte somit seine Aufgabe nicht mehr erfüllen. Deshalb musste er dringend erneuert werden, um Wanderer, Gäste oder auch Schulklassen, in Zukunft das Handwerk der Holz-Kohlengewinnung zu erklären. Dank dem Fachmann Achim Schuppe und Andreas Schenker sowie den Helfern des Upländer Gebirgsvereins (UGV) konnte dieser lang gehegte Wunsch im Sommer 2018 endlich verwirklicht werden. Namentliche Helfer nach ABC sind: Betty Steven, Dieter Pollack, Helmut Kesper, Martin Loch, Hans Kilian, Hans Görzen, Manfred Querl, Peter Strunk und Rudi Horstmann. Doch wie entsteht eigentlich ein Meiler? Hier ist die bildhafte Antwort!


Dieter und Martin bereiten die Fläche für den Aufbau des Meilers vor. Natürlich alles von Hand. Mal sehen wie lange sie durchhalten. Na ja, aller Anfang ist schwer! Die anderen Helfer halten sich noch bedeckt, oder sie wollen ihre Kräfte schonen.
Andreas Schenker ist mittlerweile mit dem Radlader eingetroffen.Martin Loch wittert eine Chance, diese schwere Handarbeit, zu delegieren. Nach einer intensiven Diskussion, hat er ihn schließlich überzeugt.
Der Radlader ist jetzt startbereit, die notwendigen Planierarbeiten zu übernehmen.
Und los geht's: Andreas übernimmt die Vorarbeiten. Die fleißigen Helfer sind froh darüber!
Also: "Geht doch"
Die Grundlagen sind geschafft. Jetzt beginnt der Aufbau. Zuerst werden vier Stangen mit der Motorsäge angespitzt.
Nach der Bearbeitung der Stangen werden diese in die Erde eingelassen. Das erste Rundholz wirft Probleme auf, deshalb hilft der Radlader mit der Schaufel etwas nach. Hans beobachtet diesen Vorgang genau, denn er soll den Aufbau dokumentieren.
Hier wird die zweite Stange eingelassen. Der unten liegende Ring dient als Abstands- und Befestigungshalter für den Quandel-Schacht. Hans hat den richtigen Draht zur Mithilfe noch nicht gefunden.
Die vierte Rundstange wird gesetzt. Somit ist Manfreds verantwortungsvolle Aufgabe erst einmal erledigt.
Zwei Ringe werden mit den vier Stangen verschraubt, um Stabilität für den Quandel-Schacht zu erreichen.
Jetzt beginnen wir mit dem Schichtholz. Rundherum werden in zwei Schichten armdicke Buchenhölzer kreisförmig und leicht nach innen geneigt aufgestellt. So entsteht ein kreisförmiger Meiler. Und alle sind zuversichtlich: "Wir schaffen das"!
Hau Ruck! Die erste Schicht ist fertig. Diese wird jetzt mit Draht umspannt und fest verschnürt.
Der Meiler wächst und wächst. Vorne ist die Öffnung am Schacht schon sichtbar.
Es gibt jetzt besorgte Gesichter, etwas stimmt hier nicht. Aber was?
Jetzt kümmern sich Achim und Dieter um die Grasfrasenschicht im Wald. Mit Hacke und Spaten wird diese bis zum Mineralboden abgetragen und aufgerollt.
Schau her: Betty überrascht uns mit einem reichhaltigem und schmackhaftem Frühstück. Wer kann da schon nein sagen!
... und schon sind alle fleißigen Helfer zur Stelle, es fehlt wirklich niemand.
Hier werden die einzelnen Rasenstücke aus dem Wald gezogen, um den Meilerofen mit Gras abzudecken.
Die Abdeckung macht Fortschritte. Peter, Hans und Helmut beobachten das Geschehen. Denn: Kontrolle muss sein.
Jetzt wird die letzte Grasschicht aufgetragen, alle sind jetzt voll motiviert.
Es erfolgen die restlichen Handarbeiten.
Geschafft! Das Werk ist vollbracht.
Achim Schuppe und Andreas Schenker sowie die Mitglieder des Upländer Gebirgsvereins sind erfreut, dass das Projekt Kohlenmeiler gelungen ist. Grund genug, darauf einen zu trinken.

Die Köhlerei gehört zu den ältesten Handwerkstechniken der Menschheit, und ist seit mehr als eintausend Jahre bekannt. Und Holzkohle war seinerzeit der einzig nutzbare Brennstoff, um Eisenverhüttung zu ermöglichen, nämlich Roheisen aus Fels und Stein bei mehr als 1200 Grad heraus zu schmelzen. Ab dem 18. Jahrhundert, als die Steinkohle entdeckt wurde, setzte man die billigere Kohle ein. Sie war wirtschaftlicher zu fördern und hatte sogar einen noch höheren Heizwert.

Zurück bleibt die Erinnerung an eine lange geschichtliche Vergangenheit der Eisengewinnung, und an einen alten (schwarzen) Handwerksberuf. Mit dem erneuten Aufbau dieses Kohlenmeilers hoffen wir, handfeste Info's zu vermitteln, damit auch in Zukunft diese Zeitperiode nachhaltig wach bleibt.