UGV-Wanderplan Januar u. Februar 2012

Ansprechpartner: Hansi Figge = Handy: (0160) 953 95 417
Datum Tag Uhrzeit Treffp. Wanderstrecke km Einkehr Wanderführer
06.01. Freitag 13.30 h BZ Dreikönigs-Wanderung (HTW) 8 Ja Marlene Gerlach
21.01. Samstag 09.00 h BZ Schneewanderung (GTW) 15 Ja Else Kummer
Uschi Figge
28.01. Samstag 13.30 h BZ Schneewanderung (HTW) 8 Ja Hans Görzen
04.02. Samstag 13.30 h BZ Schneewanderung (HTW) 8 Ja Klaus Gurzinski
16.02. Donnerstag 13.30 h BZ Jungfrauenwanderung (HTW) 8 Ja Ilse Behle
25.02.. Samstag 09.00 h BZ Schneewanderung (GTW) 16 Ja Hansi Figge
GTW: Ganztagswanderung - HTW Halbtagswanderung - Wetterbedingte Änderungen vorbehalten

Sternwanderung-Himmelfahrt

Zusammen mit Pastor Weber aus Schwalefeld planen wir die 1. Upländer Sternwanderung zu Himmelfahrt.
Alle weiteren Informationen finden Sie hier:
www.Sternwanderung-Himmelfahrt.de


Wimpelwanderung des UGV-Willingen zum
Deutschen Wandertag in Freiburg vom 7.7. bis 9.8.2010

Der Wandertagswimpel – „das Olympische Feuer der Wanderer“ – auf großer Tour

Von Hans Görzen

Laufen, laufen, laufen, soweit die Füße tragen! Bergauf, bergab, 30 Tage lang und 613 Kilometer weit! Nichts für schwache Beine! Doch die Wimpelwanderer, unter Leitung von Hansi Figge, waren konditionsstark und hoch motiviert. Sicherlich mag es auch stille Zweifel gegeben haben. Wird alles gut verlaufen oder wie weit werden sie die Füße wirklich tragen? Ist die Wanderapotheke vollständig und im Rucksack alles vorhanden? Denn gut gepackt ist halb gewandert.

Am Mittwoch, den 7. Juli 2010, begann die Fußreise am Rathaus in Willingen (Upland) zum 110. Deutschen Wandertag, der vom 5. bis 9. August 2010 in Freiburg (Breisgau) stattfand und vom Schwarzwaldverein veranstaltet wurde. Es hatten sich viele Mitwanderer, aber auch Schaulustige eingefunden. Alle wollten die 1. Etappe bis Küstelberg mitwandern. Die Presse und der Rundfunk waren ebenfalls vor Ort, um über dieses großartige Ereignis zu berichten. Danach wurde die Wandergruppe vom Bürgermeister Thomas Trachte und dem Vorsitzenden des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatverein, Roland Petrowsky, mitfühlend verabschiedet. Auch Pastor Christian Roehling hat es sich nicht nehmen lassen, ihnen den Wandersegen zu erteilen. Die Wimpelwandergruppe bedankte sich für alle guten Wünsche. Danach marschierten 20 Wanderer singend von dannen.

Das Wahrzeichen des Deutschen Wandertages ist der „Wandertagswimpel“. Er darf nur wandernd getragen werden, weil er bekanntlich das Fahren nicht verträgt. Rudi Horstmann hat die Strecke logistisch vorbereitet und fungierte auch als Wanderführer. Der Wandergruppe gehörten ebenfalls seine Ehefrau Helga an, das sogenannte Wimpelmädchen, Hansi Figge und Uschi mit der Mundharmonika, Detlef und Ise Goehrke, Friedhelm Meyer und Herbert Kretschmer, der Mann mit der Wandergitarre. Ernst-Wilhelm Gerbracht steuerte den Begleitbus zu den täglichen Start- und Zielpunkten. Sie alle beurteilten diese in ihrer Art einmalige Wanderung als „Das Erlebnis ihres Lebens“. Damit sie als einheitliches Bild auftreten konnten, waren alle uni gekleidet: Und zwar mit leuchtend roten Funktionsjacken, dazu hellbraune Zipp Wanderhosen, schwarze Wanderschuhe sowie dazugehörige Wandersocken.

Der Weg führte die ersten 10 Kilometer zunächst auf dem insgesamt 176 Kilometer langen „X15“ bis Küstelberg. Von hier über Hatzfeld nach Dillenburg. Dieser Wanderweg beginnt bereits in Salzkotten, und trägt den Namen Uplandweg. Nicht zu verwechseln mit dem „Uplandsteig“. Die Temperaturen waren erst warm bis sehr warm. Aber von Hatzfeld bis Hesselbach wurde sie bei 37 Grad fast unerträglich.

Von Dillenburg wanderte die Gruppe weiter über örtliche Wege nach Herborn, Stockhausen bis nach Freienfels. Jetzt ging es zielstrebig nach Eppstein und zur Mainschleuse, um den Main zu überqueren. Nun folgten sie der Strecke mit dem blauen Punkt bis zum Parkplatz Kranichstein.

Hier wechselten die Ausdauerwanderer den Streckenverlauf und liefen weiter auf dem „E1“. Dabei gelangten sie über den Felsberg nach Schlierbach, Stein und erreichten Neuenbürg. Der Europäische Fernwanderweg E1 ist sicher einer der größten Herausforderungen für Fernwanderer. Er hat eine Länge von ca. 4900 Kilometer und beginnt in Mittelschweden, führt über Dänemark, Deutschland durch die Schweiz und endet in Genua, Italien.

Von der Schwanner Warte aus, gelangten die Extremwanderer auf den Westweg. Dieser Steig ist 260 Kilometer lang und verläuft in Nord-Süd-Richtung durch den Schwarzwald. Dabei gelangten sie nach Dobel und zum Mummelsee, der leider im Nebel lag. Und schließlich wurde Rensberg und Brend erreicht. Der stärkste Anstieg während der ganzen Strecke war zwischen Ebenacker und Karlstein zu bewältigen. Hier mussten 5 Berggipfel mit einem Höhenunterschied von 1126 Meter überwunden werden. Dafür gab es eine ausgezeichnete Fernsicht. Schade nur, dass bei der Überquerung der Berge Hornisrinde (1163 m) und Kandel (1243 m) schlechte Sicht herrschte. Insgesamt sind auf der Tour etwa 11.100 Höhenmeter bewältigt worden.

Jetzt verließen sie den Westweg und wanderten über Obernonnenhof bis nach Denzlingen. Hier wurde erst einmal Quartier bezogen und der 3. Ruhetag während der gesamten Wanderzeit eingelegt, um für die letzte Etappe neue Kräfte zu sammeln. Die Fahnenträger aus dem Upland legten genau 612,6 Kilometer zurück, meist auf wunderschönen Feld- oder Waldwegen. Dabei konnten sie unterschiedliche Landschaften mit herrlichen Aussichten genießen. Vielerorts wurden sie auch von Bürgermeistern oder Wandervereinen empfangen, bewirtet oder auch begleitet. Natürlich gab es auch viele Sehenswürdigkeiten wie die Altstadt in Hallenberg, oder Weilburg präsentierte sich mit dem Schloss, eine der bedeutendsten barocken Anlagen in Hessen. In Dillenburg kann man die Altstadt sowie die Schlossruine bewundern und vieles andere mehr. In Denzlingen nun besuchte Willingens Bürgermeister Thomas Trachte noch abends mit einigen Abgeordneten die Wandergruppe in ihrer Unterkunft im Gasthaus Hirschen.

Zur letzten Etappe hatten sich wieder viele UGV-Mitglieder und Wanderfreunde eingefunden, die am Deutschen Wandertag teilnehmen wollten. Diese wurden von der örtlichen Wanderführerin Inge Schaller begleitet. Sie begrüßte die vielen Teilnehmer bei strömenden Regen herzlich, und wünschte allen einen erlebnisreichen Wandertag in der sonnenreichsten Stadt Deutschlands. Die meisten mochten das nicht wirklich glauben, denn es schüttete bis nach Freiburg in Strömen. Doch mit dem Betreten der Festbühne schloss Petrus alle Schleusen!

Nun konnte mit dem Eintreffen der Wimpelwandergruppe aus Willingen auf der Festmeile des Münsterplatzes pünktlich um 17.00 Uhr die Eröffnungsfeier des 110. Deutschen Wandertages beginnen. Sie fand neben der Kathedrale statt, dem Freiburger Münster, und stand unter dem Motto: „Natur, Kultur und Wandern – eins gehört zum anderen“. Wanderfreunde aus ganz Deutschland begrüßten die Wimpelwanderer mit stürmischem Beifall. Der Vizepräsident Jörg Haase hieß die Gruppe gemeinsam mit dem Verbandspräsidenten Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß herzlich willkommen. Der Präsident bekam den Wimpel überreicht, musste ihn aber danach an die Trägerin zurückgeben. Zum Schluss sangen sie ihr selbst getextetes Begrüßungslied und die Zuschauer stimmten kräftig mit ein.

Ein fester Platz im Veranstaltungskalender des Wandertages ist der Wanderwettbewerb, denn wie heißt es so schön: „Let’s go – jeder Schritt hält fit“. Gunter Schön, Verbandswanderwart des Deutschen Wanderverbandes, verlas die Ergebnisse des Wettstreits. Danach belegte bei den Standortwanderungen der Wanderverband Norddeutschland/Bremen den ersten Platz. Bei den Streckenwanderungen war es der Harzclub/Ilsenburg. Aber den Sonderpreis erhielt die Wimpelgruppe des Upländer Gebirgsvereins e.V. Willingen im Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatverein.

Die Abschlussveranstaltung am Montag wurde auf dem 1493 Meter hohen Feldberg im Schwarzwald abgehalten. Hierzu hatten sich wieder Hunderte von Wanderfreunden eingefunden. Der Vizepräsident Haase, der diese Abschlussfeier moderierte, bat nach mehreren Programmpunkten zur Wimpelübergabe. Helga Horstmann, die während der gesamten Zeit für diesen verantwortlich war, übergab ihn an Dr. Rauchfuß. Dieser reichte ihn dann in Vertretung für Oberbürgermeister Salomon an Bürgermeister Otto Neideck weiter. Er muss jetzt wieder ins Freiburger Rathaus getragen werden, um dort bis zum nächsten Wandertag in Melle aufbewahrt zu werden. Nach einigen abschließenden Worten und mit beschwingter Musik, ging der 110. Wandertag zu Ende.

Freiburg im Breisgau war wiederum ein schönes und fröhliches Wanderfest, besonders für unsere Wimpelwandergruppe. Aber nach 613 Kilometern und 33 Tagen Fußmarsch, musste wieder Ruhe einkehren. Es war für alle eine große Herausforderung, aber zugleich auch die Chance, den Schwarzwald besser kennen zu lernen. Getreu dem Motto: „Nur wo du zu Fuß warst, warst du wirklich“. Was den Teilnehmern allzeit bleibt, ist die Erinnerung an eine anstrengende, oft erschöpfende, aber auch erlebnisreiche und schöne „Wimpelwanderzeit“.

Den Tourenverlauf kann man sich als pdf-Datei herunterladen: Wimpelwanderung2010.pdf